
Realists entwickelt lebensnahe Nachbildungen der menschlichen Wirbelsäule und dazugehörige Trainingsumgebungen, mit denen Chirurginnen und Chirurgen Operationen üben, neue Techniken erlernen und sich auf schwierige Eingriffe vorbereiten können.
Wenn Fortschritt
sichtbar wird
Eine dokumentarische Annäherung an chirurgische Ausbildung, Verantwortung und internationale Praxis
Es gibt Momente, in denen technischer Fortschritt nicht laut angekündigt werden muss. Er zeigt sich leise – im Tun, im Erklären, im gemeinsamen Arbeiten. Genau aus dieser Haltung heraus ist die kurze Dokumentation „Realists’ RealSpine – The Reinvention of Surgical Training“ entstanden.
Die Filmproduktion Action Film hat sich bewusst dafür entschieden, keinen Film über ein Produkt zu drehen, sondern einen Film über eine Praxis. Über Menschen, die chirurgische Ausbildung weiterdenken. Über Systeme, die helfen sollen, Erfahrung zu vermitteln, ohne Risiko zu erzeugen. Und über die Frage, wie Wissen heute international geteilt werden kann.
Im Zentrum steht Realists Training Technologies GmbH, ein Medizintechnikunternehmen aus Leipzig, das seit Jahren an realistischen Trainingssystemen für die Wirbelsäulenchirurgie arbeitet. Der Film begleitet diese Arbeit dorthin, wo sie ihren Sinn entfaltet: in den klinischen Alltag, in die Ausbildung, in den internationalen Austausch.
Eine Branche im Wandel
Chirurgische Ausbildung war lange Zeit an physische Grenzen gebunden: an Operationssäle, an verfügbare Zeit, an die ethisch und organisatorisch komplexe Nutzung von Cadavern. Gleichzeitig hat sich die Medizin rasant weiterentwickelt – minimalinvasive Verfahren, Navigation, neue Instrumente und Techniken verlangen nach präziser Vorbereitung.
In diesem Spannungsfeld ist Realists entstanden. Nicht als Reaktion auf einen Markt, sondern aus einer Fragestellung heraus: Wie kann chirurgische Erfahrung vermittelt werden, ohne Patient:innen zu gefährden – und ohne Ausbildung vom Zufall abhängig zu machen?
Die Antwort darauf sind Trainingssysteme, die Anatomie, Haptik und operative Abläufe realitätsnah abbilden. Modelle, an denen man lernen darf. An denen Fehler nicht folgenlos bleiben, sondern erklärbar. Und an denen Wiederholung möglich ist – ein zentrales Element jeder ernsthaften Ausbildung.
Die Systeme: Training als verantwortungsvolle Praxis
Die Produktwelt von Realists ist kein loses Nebeneinander einzelner Lösungen, sondern ein zusammenhängendes Trainingskonzept.
Im Mittelpunkt steht RealSpine: synthetische Wirbelsäulenmodelle, die sich in Materialeigenschaften, Widerstand, Anatomie und Pathologien an realen Gegebenheiten orientieren. Sie erlauben operative Schritte mit echten Instrumenten – unter Bedingungen, die dem klinischen Alltag sehr nahekommen.
Ergänzt wird dies durch RealImaging, eine strahlungsfreie Simulation intraoperativer Bildgebung. Was im Operationssaal mit Röntgen verbunden wäre, kann hier ohne Belastung trainiert werden – ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Ausbildung.
Mit RealLab entstehen komplette Trainingsumgebungen, stationär oder mobil. Sie machen es möglich, Fortbildung dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird: in Kliniken, Ausbildungszentren oder temporären Workshop-Settings.
Diese Systeme eint eine Haltung: Sie sind nicht als Ersatz für klinische Realität gedacht, sondern als Vorbereitung auf sie
Warum ein Film?
Die Entscheidung von Action Film, dieses Thema filmisch zu begleiten, war keine formale. Sie war inhaltlich motiviert. Denn vieles von dem, was diese Trainingssysteme leisten, lässt sich nur schwer in Texten oder technischen Beschreibungen erfassen.
Es geht um Abläufe. Um Konzentration. Um das Zusammenspiel von Hand, Auge, Instrument und Entscheidung. Um Lernprozesse, die Zeit brauchen – und um Räume, in denen Lernen möglich wird.
Ein dokumentarischer Film kann diese Dimension sichtbar machen, ohne sie zu kommentieren. Er kann zeigen, wie etwas angewendet wird, ohne zu erklären, warum man es kaufen sollte. Genau darin liegt seine Stärke.
Stimmen aus der Praxis
Die Dokumentation führt nach Manhattan, New York an das Weill Cornell Presbyterian Medical Center und nach Berlin an die Charité – Universitätsmedizin Berlin – zwei Orte, die für internationale Spitzenmedizin in der Neurochirurgie stehen.
Hier kommen Menschen zu Wort, deren Perspektive Gewicht hat:
- Dr. Roger Härtl, einer der weltweit anerkanntesten Wirbelsäulenchirurgen, spricht aus jahrzehntelanger klinischer Erfahrung heraus über Ausbildung, Verantwortung und die Notwendigkeit realistischer Vorbereitung.
- Dr. Julia Onken, Oberärztin und Wissenschaftlerin, bringt die Perspektive universitärer Lehre und Forschung ein – dort, wo Ausbildung täglich reflektiert und weiterentwickelt wird.
- Dr. Luis Bernal, Gründer und Geschäftsführer von Realists, ordnet die Systeme nicht als Produkte, sondern als Teil eines größeren Ausbildungsgedankens ein.
Was diese Gespräche verbindet, ist ihre Sachlichkeit. Niemand spricht über Versprechen. Es geht um Erfahrung, um Beobachtung, um Einordnung.
Workshops als Orte des Austauschs
Ein zentrales Element des Films ist die Begleitung eines Workshops. Nicht als Ereignis, sondern als Arbeitsraum. Workshops dieser Art sind Teil der Praxis von Realists: Sie bringen erfahrene und lernende Chirurg:innen zusammen, erlauben konzentriertes Üben und den Austausch über Techniken, Fragen und Fehler.
Für viele Teilnehmende sind solche Formate eine seltene Gelegenheit, operative Schritte ohne Zeitdruck und ohne klinische Konsequenzen zu reflektieren. Für internationale Gäste bieten sie einen gemeinsamen Referenzrahmen – unabhängig davon, aus welchem Gesundheitssystem sie kommen.
Der Film macht diese Atmosphäre spürbar, ohne sie zu erklären. Er beobachtet, statt zu bewerten.
Internationale Bedeutung
Dass die Dreharbeiten in New York und Berlin stattfinden, ist kein Zufall. Die Systeme von Realists werden weltweit eingesetzt – in sehr unterschiedlichen medizinischen Kontexten. Gerade deshalb ist Transparenz wichtig.
Die Dokumentation zeigt, dass chirurgische Ausbildung kein lokales Thema ist. Sie betrifft Kliniken in Metropolen ebenso wie Ausbildungsprogramme in Regionen mit begrenzten Ressourcen. Trainingssysteme, die mobil, reproduzierbar und unabhängig von bestimmten Infrastrukturen sind, können hier eine wichtige Rolle spielen.
Der Film stellt diese internationale Tragweite nicht heraus – sie ergibt sich aus den Orten, den Stimmen, den Anwendungen.
Die Rolle von Action Film
Für Action Film war dieses Projekt eine bewusste Entscheidung für eine wissenschaftlich respektvolle Erzählform. Die Produktion versteht sich hier nicht als Vermittler einer Botschaft, sondern als Ermöglicher von Verständlichkeit.
Die Kamera tritt zurück. Der Schnitt ist ruhig. Die Dramaturgie entsteht aus der Sache selbst. Das Ziel war es, einen Beitrag zu leisten, der Bestand hat – auch jenseits kurzfristiger Aufmerksamkeit.
Zeitlos: Ein Film, der bleibt
Die fertige Dokumentation ist kein Abschluss, sondern ein Anfang. Sie dient als Einladung zur Auseinandersetzung: mit moderner chirurgischer Ausbildung, mit Verantwortung, mit der Frage, wie Wissen heute weitergegeben wird.
Für Realists ist der Film eine Möglichkeit, die eigene Arbeit offen zu zeigen – nicht als Behauptung, sondern als Praxis. Für die beteiligten Mediziner:innen ist er eine Plattform, ihre Haltung zur Ausbildung sichtbar zu machen. Und für all jene, die sich mit chirurgischem Lernen beschäftigen, ist er eine verständliche, zugängliche Annäherung an ein komplexes Thema.
Credits
Service Production: LUNIK
Executive Producer: Arne Weingart
Production: ACTION FILM
Director: Emil Schwarz
DoP: Jakob Mix, Zoran Drakulic
Epilog
Fortschritt in der Medizin entsteht nicht allein durch neue Technologien. Er entsteht dort, wo Erfahrung geteilt, Wissen weitergegeben und Verantwortung ernst genommen wird.
Das Projekt „Realists’ RealSpine – The Reinvention of Surgical Training“ versucht, genau das sichtbar zu machen – ruhig, transparent und mit Respekt vor allen Beteiligten.