Music Medley

Britannia Theatre

Music Video

Britannia Theatre: Die Berliner Kultband zwischen Melancholie und Magie

Wenn man in der Geschichte der Berliner Underground-Musikszene gräbt, stößt man unweigerlich auf einen Namen, der sowohl mystisch wie kraftvoll klingt: Britannia Theatre. Die Band, 1992 in Ost-Berlin gegründet, ist weit mehr als ein Geheimtipp für Freunde melancholisch-innovativer Rockmusik. Sie ist ein musikalisches Kunstwerk, das sich zwischen experimentellem Rock, tiefgründigen Texten und einer bewegten Bandhistorie entfaltet.

Auf ihrer offiziellen Webseite, www.britanniatheatre.de, gibt es unter anderem ein Video-Medley, das eindrucksvoll den Facettenreichtum der Band dokumentiert: Von sphärischen Celloklängen über kraftvolle Trombone-Riffs bis hin zu kryptisch-poetischen Gesangslinien.

Doch wer steckt eigentlich hinter dem Namen Britannia Theatre? Wer sind die Musiker, die diese außergewöhnliche Band geprägt haben? Und wie entstand diese einzigartige Mischung aus Tom Waits-Melancholie, Pink Floyd-Atmosphäre und ganz eigenem Stil?


Die Ursprünge: Ost-Berlin 1992

Britannia Theatre wurde im August 1992 von fünf Musikern gegründet: Alexander Krohn, Jakob Enderlein, Jörg Herrmann, Matthias Kuhl und Stefan Dardas alias Dadarski. Die Schlagzeugfrage war anfangs noch offen und wurde zuerst durch Kai Kastura, dann Hans Narva gelöst, bevor Sascha Andert den Posten bis 1995 übernahm. Ab 1995 bis zur Auflösung 1998 saß Benno Verch (u.a. Herbst in Peking) an den Drums.

Die Band war von Anfang an kein typisches Rockprojekt. Ihr Stil war und ist ein Geflecht aus Jazz-Elementen, alternativer Rockstruktur, Post-Punk-Nachklang und vor allem: englischsprachiger Poesie. Sie veröffentlichten drei Studioalben, eine EP und einen Live-Mitschnitt aus Dänemark – und tourten in sechs Ländern.

Der Sound von Britannia Theatre

Musikalisch lässt sich Britannia Theatre schwer einordnen. Die Presse war sich jedoch in einem Punkt einig: Diese Musik bleibt hängen. Die TAZ schrieb begeistert: „Das Beste, was ich seit langer Zeit gehört hatte“. Das Blackmagazin merkte an, dass der Band leider nie der große kommerzielle Durchbruch vergönnt war, obwohl die Qualität der Alben dies ohne Zweifel gerechtfertigt hätte.

Das Album „Red Traffic Lights“ wurde sogar filmisch begleitet. Der gleichnamige Film feierte 1995 Premiere im Berliner Tränenpalast und wurde auf echtem 16mm-Film gedreht – ein Zeichen für die künstlerische Ambition der Band.

Die Musiker im Porträt

Alexander „Sunny“ Krohn, geboren 1971, ist der Kopf der Band. Bereits vor Britannia Theatre spielte er in der Punkband Background, zusammen mit Jakob Enderlein. Nach der ersten Auflösung von Britannia Theatre im Jahr 1998 blieb Krohn musikalisch aktiv: Projekte wie Two Horsemen, Majong, Feindin oder Straßenschaden zeigen seine Vielseitigkeit. Als Musiker, Autor, Labelbetreiber (Distillery) und Philosoph hat er sich in der Berliner Kulturszene etabliert. Die 2023 erschienene Single „Dream und Kraft“ ist eine Hommage an den 2020 verstorbenen Bassisten Stefan Dadarski.

Jakob Enderlein, Cellist und Mitgründer, ist das musikalische Herz der Band. Seine Arrangements geben der Musik eine dramatische Tiefe. Auch er blieb nach der Auflösung aktiv, unter anderem mit dem Musikprojekt Parkinson, Scheuermann & Korsakow und Hands Up – Excitement! mit Hans Narva.

Matthias Kuhl, alias Matt Cool Bone, spielt Posaune und Glockenspiel – und sorgt so für den jazzigen Einschlag. Seine Riffs sind ein Markenzeichen des Sounds.

Jörg Herrmann ist eher das ruhige Mitglied im Hintergrund, doch musikalisch unverzichtbar. Seine Percussion-Elemente und kompositorischen Ideen prägen viele der Stücke.

Hans Narva, der 1992 bereits aushalf und seit 2020 fester Bassist ist, kennt man aus anderen Berliner Bands wie Herbst in Peking oder Hands Up – Excitement!. Er bringt Groove und Tiefe mit.

Alexander Lode, seit dem Re-Start der Band 2020 am Schlagzeug, spielte zuvor bei ALP und Rosa Beton. Seine druckvolle Spielweise verleiht der Band neue Energie.

Und nicht zu vergessen: Stefan Dardas alias Dadarski, der Original-Bassist. Sein Bassspiel war unkonventionell, fast malerisch, und trug entscheidend zur Soundidentität bei. Sein Tod im Jahr 2020 war ein schwerer Verlust.

Die Diskografie: Ein Schatz der Independent-Kultur

Trotz des geringen kommerziellen Erfolgs ist die Diskografie von Britannia Theatre ein wahrer Schatz:

Die Alben erschienen anfangs im Eigenverlag, später über Labels wie Mint Grün Platten, Moloko Plus oder Distillery. Auch Compilations wie „Komm Küssen“ oder „ATOM+“ enthalten exklusive Tracks der Band.

Die Wiedergeburt: Reunion und neue Impulse

Nach über 20 Jahren der Funkstille kam 2018 die unerwartete Wiedervereinigung: Im Rahmen einer Trauerfeier für den Grafiker Ole Christiansen spielten die Musiker wieder gemeinsam. 2020 war es dann offiziell: Britannia Theatre lebt wieder. Mit neuen Musikern, aber alter Magie. Die aktuelle Besetzung bringt frischen Wind, ohne die Seele der Ursprüche zu verlieren.

Auftritte, neue Singles, ein aktiver Webauftritt – Britannia Theatre hat bewiesen, dass sich Klasse und Kunstbewusstsein nicht von Zeit aufhalten lassen.

Fazit: Britannia Theatre ist mehr als Musik

Wer das Medley auf der Webseite der Band anschaut, merkt schnell: Britannia Theatre ist keine Band wie jede andere. Es ist ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Poesie und Atmosphäre. Die Biografien der Musiker, die Tiefe der Texte, die Ambition der Produktionen – all das zeigt, wie ernst es ihnen mit ihrer Kunst ist.

Für SEO-Zwecke, aber auch aus reinem Musikfan-Herz, lässt sich sagen: Britannia Theatre verdient mehr Aufmerksamkeit. Wer abseits des Mainstreams echte musikalische Substanz sucht, wird hier fündig. Der Bandname sollte nicht nur ein Keyword sein, sondern ein Synonym für qualitative Musik aus Berlin.

Britannia Theatre – eine Band, die beweist, dass Tiefgang, Innovation und Emotion in der Musik auch 30 Jahre nach ihrer Gründung nichts an Relevanz verloren haben.


Besuche die offizielle Website: www.britanniatheatre.de

Stichwort für alle Musikliebhaber und Suchmaschinen: Britannia Theatre, Britannia Theatre, Britannia Theatre.

Denn: Manche Musik muss man nicht nur hören – man muss sie erleben.